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"...und weinte über seine Süße!"

SWR2
Mittwoch, 12. Mai 2010
22.05 Uhr
Regie: Iris Drögekamp
Musik: Peter Zoufal
Redaktion: Wolfram Wessels
"Ich rief ihm nach...!"
Versuch den toten Bruder zu finden
Feature von Detlef Berentzen

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„Immer hat er gelacht, war fröhlich. Bis er starb, drei Jahre alt. Verschwand in einem weißen Sarg. Und war doch mein kleiner Bruder. Den die Eltern mir solange vorhielten, bis ich ihn vergaß – sein Grab, sein Lachen, seinen Teddybär – alles. Fünfzig Jahre ist das her.
Heute fehlt er mir. Habe längst angefangen ihn zu suchen. Laufe uns nach. Begegne anderen Verwaisten, Tröstern und immer wieder auch ihm. Manchmal spricht er zu mir. Und wir haben eine verdammt gute Zeit miteinander….“

Detlef Berentzen versucht in seinem Feature, den Bruder zu finden, den er einst verlor. Sichert Spuren. Recherchiert in Tagebüchern, Fotoalben und den Bildern seiner Erinnerung. Und findet festen Grund für seine Sehnsucht – in der Literatur und Lyrik,  in Filmen, Theaterstücken, aber auch und gerade bei heutigen Betroffenen und deren Helfern. Ihnen hört er zu. Lernt. Und erfindet den Bruder neu.

 

 

 

 
GoodNewz 9.0


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“Manche Regisseure sagen: Ich bin lieber beim Zahnarzt als beim Fotografen”….Noch stimmt das Licht nicht, außerdem ist die Stirn noch zu kraus, mehr Schatten bitte und kannst Du mal eben den Vorhang…..jedes seiner Porträts hat einen Anfang, braucht seine Weile, auch engagierte Kommunikation und Konzentration,…ehe sich jener nackte Moment der Wahrheit einstellt, in dem alles stimmt, auf den Punkt kommt, unspektakulär, aber mit absoluter Notwendigkeit – Christian Schulz eben. Bis Anfang April 2010 stellt er in der Galerie der Schwartzschen Villa (Berlin) “Gesichter des Kinos” aus:  Juliette Binoche, Marcel Carné, Willem Dafoe,Johnny Depp, Stephen Frears, Samuel Fuller, Dennis Hopper,Elia Kazan, Susanne Lothar, Charlotte Rampling, Billy Wilder…Gesichter, die schwarzweiß sprechen, Erinnerungen produzieren….

…bei mir auch Erinnerungen an Christians Anfänge. Als wir noch zusammen für die taz unterwegs waren, beide jung, er noch jünger und verspielt, mit Ralph Rieth und Peter Hebler Teil jener Fotografen-Clique, die für die linke und irgendwie auch radikale Tageszeitung unterwegs war. Eben auch auf der Berlinale. Und immer bei den Protagonisten, in jenen Hotels, über die er später schrieb: “Wie soll man dort unverwechselbare Bilder machen? Manche Räume haben hässliche Tapeten, an den Wänden hängen furchtbare Bilder, es stehen immer Kaffeetassen und Mineralwasserflaschen herum. Als Fotograf braucht man eine freie Fläche, damit der Blick nicht zu sehr abgelenkt wird. Schwierig ist die Arbeit im Kempinski, dort ist das Licht schlecht, die Zimmer sind klein.” Macht aber nichts. Schauen Sie selbst. Fotos à la mode Schulz bleiben trotzdem unverwechselbar.

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db:miniaturen 34.0


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Dunkle, schwarzgelbe Tage,
an denen niemand ein Licht anzündet.
Überall nur Jammer und Februar.
Ich habe mir eine Rose gekauft.
Als Stütze.

 


 
Göttliche Funken!

 

 

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"Mein lieber Schiller!" - Nur gut, daß der ewig feuertrunkene Theatermacher Uwe Zellmer von der Schwäbischen Alb eine stattliche Reihe von KollegInnen und FreundInnen (meist des Nachts) anrief und sie bat, doch bitte zu ihrem ganz eigenen Schiller und möglichst bald und nicht zu lang.
Inge Jens, Peter Härtling, Dieter Hoeneß, Heiner Kondschak, Felix Huby, Arno Luik, Dietlinde Elsässer, Detlef Berentzen u.v.a.m. griffen in die Tasten. Zellmer komponierte mit seinem Congenius Hans Schenk das passende Buch aus den Texten: "leicht schräg", mit jeder Menge göttlicher Funken und jenem Schiller'schen Trost, den wir bis heute so nötig haben:
"Wenn Gram an dem Herzen nagt, wenn trübe Laune unsere einsamen Stunden vergiftet, wenn uns Welt und Geschäfte anekeln, wenn tausend Lasten unsere Seele drücken und unsere Reizbarkeit unter Arbeiten des Berufs zu ersticken droht, so empfängt uns die Bühne - in dieser künstlichen Welt träumen wir die wirkliche hinweg, wir werden uns selbst wiedergegeben."

 

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Richtungsweisende Zitate (71)

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Das Unendliche erlangt,
wer im Endlichen nach allen Seiten
schreitet. (Ernst Bloch)