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Jenseits des Ressentiments

SWR2-Wissen
16. Februar 2012
8.30 Uhr
Red. Anja Brockert
Technik: Anette Skrzydko

Erinnerungsraum Mähren
Literarischer Streifzug durch Olmütz
Von Detlef Berentzen



ErinnerungsraumHP1

Einst war Olmütz das geistige und kulturelle Zentrum Mährens und besaß sogar eine eigene "Dichterschule". Bis zum Zweiten Weltkrieg war die Region im Osten der damaligen Tschechoslowakei Heimat für Tschechen und Deutschmährer, die in ihren Siedlungsgebieten oft genug zweisprachig aufwuchsen und eigene Literaturen produzierten. Nationalismus, Krieg, Gewalt und Hass sorgten dafür, dass die deutschsprachige Literatur Mährens weitgehend ins Vergessen geriet.

Heute jedoch erinnert man sich in Olomouc, dem früheren Olmütz, wieder an Schriftsteller wie Marie von Ebner-Eschenbach, Erica Pedretti oder Ludwig Winder. Sie sind Teil der bewegten Geschichte dieser Region und jenseits von Revanchismus und Ressentiments werden ihre Werke wieder entdeckt. Etwa in der"Arbeitsstelle für deutschmährische Literatur" an der Universität von Olomouc.

 

 

 

 
Man sieht die gleichen Wege wie vorher. Nur sie scheinen mit Rosen bestreut.

SWR2
"Wissen"
27. Januar 2012
8.30 Uhr
Red. Ralf Kölbel
Technik: Martin Kropp
Musik: Klaus Burger
Der Rausch des Philosophen
Denker und ihre Drogenkultur
Von Detlef Berentzen

RauschHP2

Nicht nur begnadete Denker wie Walter Benjamin suchten zeitlebens, “den Rätseln des Rauschglücks” praktisch näher zu kommen. Auch dem Philosophen Hegel wird nachgesagt, er habe einer Schnupftabakmischung gefrönt, die mit “Cannabis indica” versetzt war. Noch unter den Vordenkern von Hippies und 68ern gab es LSD-Freaks und Haschrebellen. Der angeblich erkenntnisfördernde Umgang mit Haschisch, Alkohol und anderen Rauschmitteln gehört bis heute zum Alltag von nicht wenigen Philosophen und sonstigen Geisteswissenschaftlern. Hielt nicht gerade neulich ein Professor in Bamberg einen Vortrag zum Thema “Rausch und Erkenntnis”? Und noch dazu im eigenen “philosophischen” Weinlager?

Detlef Berentzen folgt der Drogen-Spur historischer Denker, befragt aktuelle Philosophen nach Rausch und Ritualen und kombiniert das mit Erkenntnissen aus Psychologie und Hirnforschung.


podcast

 

 

 

 

 

 

 

 
Nietzsche. AirLines.

NietzscheSilsHP1

Es ist eng geworden.
Zeit zu fliegen.

 

 
Pascal. Lacrimosa.

PascalHP3

Solltest doch bleiben!

In all den Farben
die Dir Atem waren
der nie vergeht!

Du fehlst.
Dein Lachen. Dein Mut.
Deine unendliche Wärme.

Träume Deine Bilder.
Auch morgen noch.
Und jeden Tag.


atelier&more

 

 

 

 

 

 
Ende. Anfang.
LyrikmailHP2


“Nach mehr als zehn Jahren Lyrikmail habe ich mich nun entschieden, Lyrikmail nicht mehr fortzuführen. Diese Entscheidung fiel mir nicht leicht, aber ich schaffe es leider einfach zeitlich nicht mehr, mich um die die tägliche Dosis Poesie zu kümmern.” (Gregor Koall)

Da waren doch eben noch Ringelnatz, Trakl, Rilke, auch Tucholsky und viele andere, handverlesen, jeden Morgen warteten sie auf meinem Schirm und ich las sie bei dampfenden Kaffee und ließ mich noch vor dem ersten eigenen Satz anrühren. Meistens jedenfalls. Und nun kann Meister Koall nicht mehr (.s.o.). Was ich verstehe: du beschenkst, beschickst sie alle mit Worten und Jamben, sie nicken freundlich und alles umsonst. Hat nämlich nichts gekostet, diese Lyrikmail.

Das muß man sich leisten können, so einen Lyrikbetrieb mit Internetanschluß. Und zehn Jahre sind eine mächtig lange Zeit. Du kannst nicht immer und überall und nächtelang. Obwohl die Netzphilosophie solchen Unsinn suggeriert. Also gibt es keinen täglichen Lyrikstoff mehr. Nur noch, aber immerhin, gepostete Lyrik, klickwärts, ab und zu, für den kleinen Poetenhunger zwischendurch. Solange der Atem noch reicht. Daß er solange gereicht hat, dafür danke ich dem Koall. Und andere sollten das auch tun. Alle die, die von einem Gedicht ihre Rettung erwarten. Oder auch nicht.

lyrikpost








 
Immer. Und noch.
FriedHP3

Wendet euch
nicht ab
sondern schauet
ihr braven Bürger
den jungen Neonazis
die in euerem Staat
von neuem den Glauben
an den alten Irrsinn
gelernt haben
tief in die Augen

Ihr schaut nicht
genau genug hin
wenn ihr in diesen blauen
oder braunen
oder auch grauen Augen
nicht
einen Augenblick lang
euer eigenes
Spiegelbild seht.

(Erich Fried, gest. 22.11. 1988)




 

AUGENblicke

 

OrdnungHP1
Timm Ulrichs: "Blick zurück nach vorn"

 

 

 

 

Richtungsweisende Zitate

 

BenjaminHP1

Ich werde BILD
nie ein Interview geben.
Ich habe keinen Hang
zum Opportunismus.

Klaus Staeck (2012)