Richtungsweisende Zitate

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(1)
Die Kunst muß dem Bürger im Nacken sitzen wie der Löwe dem Gaul!
(Siebte Produzentengalerie)

(2)
Den Teil echter Freude und echten Feierns zu verstärken, gleicht den Vorbereitungen eines allgemeinen Aufstands zum Verwechseln.
(Raoul Vaneigem)

(3)
Je prends mes desirs pour la realité car je crois en la realité de mes desirs.
(Paris, 1968)

(4)
Die Menschen reisen streng voneinander isoliert auf Gummireifen.
(Horkheimer/Adorno)

(5)
Dies ist die beste aller möglichen Welten,und jeder ehrliche Mann hat die Pflicht
zu sagen, daß sie ein Dreck ist!
(Bradley, zit.n.Fritz Perls)

(6)
Was euch an der Evolution am meisten erschreckt, ist nicht der Umstand, daß ihr von etwas herstammt, dem ihr nachts im Wald vermutlich nicht gern allein begegnen würdet, sondern daß von euch etwas herstammt, das ihr mit Sicherheit selbst zur Mittagsstunde auf einer belebten Straße nicht gerne treffen würdet.
(Ashley Montagu)

(7)
Aus den Dingen schwindet die Wärme.
(Walter Benjamin)


(8)
Hätte ich ihren Namen in alte Kuhscheiße geschrieben, wenn ich sie nicht liebte? Und dazu noch mit meinem Finger, den ich nachher ablutschte? Ach wo, ach wo!
(Samuel Beckett)


(9)
Hast du jemals daran gedacht, das Haus deiner Eltern in Brand zu stecken, nur um sie aus der Routine rauszuholen? Damit sie wenigstens e i n e Abwechslung im Leben haben?
(Douglas Coupland)


(10)
"Ich mag Katzen nicht, seit ich eine einen ganzen Tag lang quälte und sie mir von da an nachlief."
(Peter Bichsel)


(11)
wir sind die menschen auf den wiesen
bald sind wir menschen unter den wiesen
und werden wiesen, und werden wald
das wird ein heiterer landaufenthalt
(Ernst Jandl: sommerlied)

 

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(12)
Der, den ich liebe
Hat mir gesagt
Daß er mich braucht
Darum
Gebe ich auf mich acht
Sehe auf meinen Weg und
Fürchte von jedem Regentropfen
Daß er mich erschlagen könnte.
(Bertolt Brecht:"Morgens und abends zu lesen")



(14)
Wohin treiben wir? Wir lenken schon lange nicht mehr, führen nicht, bestimmen nicht. Ein Lügner, wers glaubt. Schemen und Gespenster wanken um uns herum - taste sie nicht an: sie geben nach, zerfallen, sinken um. Es dämmert, und wir wissen nicht, was das ist: eine Abenddämmerung oder eine Morgendämmerung.
(Kurt Tucholsky 1920)


(15)
Ich mag es, wenn der Morgen frisch gemahlen daherkommt und mir den Duft von Kaffee unter die Nase reibt. Draußen erwacht die Stadt, eine verdammt große, eine Bärenstadt, beginnt zu rumoren, zu stöhnen, die Nachbarin steht schon rauchend auf dem Balkon, ausgerechnet Zigarren, die Katzen streichen schnurrend um meine Beine, kleine Sklaven aus Fell, die unsere Wohnung beherrschen, vor dem Fenster eine neue Blüte am Hibiskus, stolz und rot, dann schalte ich den Kasten ein - ein altes Radio, eines aus dunkelbraunem Holz, mit kleinen Verletzungen hie und da, die Eingeweide aus Röhren und nur ein Auge, nur eines - aber mächtig vertraut. Und jetzt wird das alte Ding warm, seine Pupille beginnt grün zu leuchten. Jemand spricht zu mir von Herrschaften, die mich nicht meinen, von Attentaten, die ich nicht begangen habe und von Toten, die ich nicht begraben kann. Jeden Morgen das Gleiche. Im Kühlschrank keine Milch für den Kaffee.
(db, "Früh am Morgen, alles zu spät")


(16)
Ich werd die Menschen nie
verstehen. Aber ich habe es
geschafft, mit ihnen zu
leben.
(Charles Bukowski)


(17)
"Ihr habt in Europa so kleine Katzen. Es heisst, eine Katze kostet mehr als 200 Dollar pro Jahr. Lasst uns nach Europa kommen als eure Haustiere. Wir koennten Milch trinken, wir koennten eure Hand lecken. Wir koennten schnurren. Und wir sind viel billiger zu fuettern."
("Die Flut", William Nicholson, BBC 1990)

(18)
Wir leben doch immer in der falschen Zeit
hat er gesagt
wir wollen alle nur in der Vergangenheit leben
die haben wir uns so schön eingerichtet
die Vergangenheit
wie wir wollen
kein Mensch will die Zukunft
aber alle müssen sie
in die Zukunft hineingehen
dahinein wo es nur kalt und unfreundlich ist
(Thomas Bernhard, "Heldenplatz")

(19)
Noch einmal sprechen
von der Wärme des Lebens
damit doch einige wissen:
Es ist nicht warm
aber es könnte warm sein

Bevor ich sterbe
noch einmal sprechen
von Liebe
damit doch einige sagen:
Das gab es
das muß es geben

Noch einmal sprechen
vom Glück der Hoffnung auf Glück
damit doch einige fragen:
Was war das
wann kommt es wieder?
(Erich Fried, "Bevor ich sterbe",
Todestag: 22. November 1988)

(20)
Es gibt viele Leute, bei denen es zum Beruf gehört, über Berlin zu reden.Wenn man lange genug zuhört, werden sie immer größer und Berlin immer kleiner. (Stan Nadolny: "Ein Taxifahrer dankt der Zentrale")

(21)
Als ich vor zwei oder drei Jahren spürte, dass das Ende nahte, ging ich zu Leon, meinem Schreibwarenhändler in Brooklyn, und bat ihn, mir fünfzig Farbbänder zu bestellen. Er musste tagelang herumtelefonieren, um so eine große Bestellung zu organisieren. Einige der Bänder, erzählte er mir später, seien sogar aus Kansas City geliefert worden.
Ich benutze diese Bänder so vorsichtig wie möglich und tippe damit so lange, bis die Farbe auf dem Papier nahezu unsichtbar ist. Wenn der Vorrat aufgebraucht sein wird, habe ich wenig Hoffnung, noch einmal neue Farbbänder zu bekommen. (Paul Auster: Die Geschichte meiner Schreibmaschine)

(22)
Jung sein, voller Kraft sein, eine Reihe leuchtender Tage - das kommt nie wieder! Heiter Glück verbreiten! - Wir wollen uns Erinnerungen machen, die Funken sprühen! Wir haben alles voraus - heute! Mögen die in den Gräbern die Fäuste schütteln, mögen die Ungeborenen lächeln - wir sind! Alle sollen freudig sein! Kämpfen - aber mit Freuden! - Dreinhauen - aber mit Lachen! ("Rheinsberg", Kurt Tucholsky, geb. 9. Januar 1890)

(23)
"Lebe ich noch?
Das ist die entscheidende Frage."
(Theo Roos, "Philosophische Vitamine")


(24)
Michel! fallen dir die Schuppen
Von den Augen? Merkst du itzt,
Daß man dir die besten Suppen
Vor dem Maule wegstibitzt?

Als Ersatz ward dir versprochen
Reinverklärte Himmelsfreud
Droben, wo die Engel kochen
Ohne Fleisch die Seligkeit!

Michel! wird dein Glaube schwächer
Oder stärker dein Apptit?
Du ergreifst den Lebensbecher,
Und du singst ein Heidenlied!

Michel! fürchte nichts und labe
Schon hienieden deinen Wanst,
Später liegen wir im Grabe,
Wo du still verdauen kannst.
(Heinrich Heine: "Erleuchtung")

(25)
Bisher hatte die Pest in den dichter bevölkerten und weniger komfortablen Außenbezirken viel mehr Opfer gefordert als im Stadtzentrum. Aber auf einmal schien sie näher zu rücken und sich auch in den Geschäftsvierteln einzunisten.(...)Aber wie auch immer, die Innenstadtbezirke wußten, daß die Reihe an ihnen war, wenn sie nachts, ganz in ihrer Nähe und immer häufiger das Bimmeln der Krankenwagen hörten, das unter ihren Fenstern den düsteren, leidenschaftslosen Ruf der Pest ertönen ließ. (Albert Camus: "Die Pest")

(26)
Zu dem, was ich damals gegen das Fernsehen gesagt habe, stehe ich immer noch, denn ich denke, daß das Fernsehen nicht nur das Kino gründlich ruiniert hat - das wäre ein relativer Schaden - sondern auch die Beziehung des Individuums zur Wirklichkeit, und zwar aufgrund der hypnotischen und suggestiven Macht des Spektakels, das den Leuten Tag und Nacht ohne jede Unterbrechung ins Haus kommt. Es ist, als sei das ganze Leben - die Natur, unsere Freunde, die Literatur, die Frauen - durch diesen kleinen Bildschirm, der immer größer geworden ist und alles darstellt, nach und nach ausgelöscht worden. Er hat alles verschlungen: die Wirklichkeit, uns selbst und unsere Beziehung zur Wirklichkeit. (Federico Fellini)

(27)
When a child was a child
it did'nt know it was a child
it did'nt have an opinion about a thing
had no habit.
(Van Morrison)

(28)
Was liegt am ewigen Leben?
Auf das Lebendige kommt es an!
(Friedrich Nietzsche)

(29)
Als Kind war ich ein Spielverderber. Mutter sagte dann, das hätte ich von Vater geerbt. Vater behauptete das Gegenteil. Ich hatte dann immer das Gefühl, daß wir doch alle irgendwie zusammengehören.
(Wolf Wondratschek)

(30)
Der Künstler geht auf dünnem Eis.
Erschafft er Kunst? Baut er nur Scheiß?

Der Künstler läuft auf dunkler Bahn.
Trägt sie zum Ruhm? Führt sie zum Wahn?

Der Künstler stürzt in freiem Fall.
Als Stein ins Nichts? Als Stern ins All?
(Robert Gernhardt:
"Alles über den Künstler")


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(31)
Ever tried? Ever failed?
Doesn't matter!
Try again, fail again,
fail better!
(Samuel Beckett)

(32)
Weh mir, wo nehm ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein,
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.
(Friedrich Hölderlin)

(33)
Berlin wird immer mehr Berlin.
Humorgemüt ins Große.
Das wär mein Wunsch: es anzuziehn
Wie eine schöne Hose.

Und wär Berlin dann stets um mich
Auf meinen Wanderwegen.
Berlin, ich sehne mich in dich.
Ach komm mir doch entgegen!
(Joachim Ringelnatz)

(34)
Die Saisonware geht natürlich immer glatt über den Tresen. Das Bleibende muß sich dagegen erstmal rumsprechen.
(Peter Rühmkorf)

(35)
Der Fortschritt
hat keene Lust, sich
zu kümmern um
mir. Und wat mir anjeht, habick
keene Lust, mir
um den Fortschritt
zu kümmern. Denn
unsereins
war ja
als Mensch
wohl zuerst da.

So, mein Kind, das
schreibste
in dein Schulheft
rein.
(Günter Bruno Fuchs)

 

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(36)
Wir werden herrlich
aus dem Wunsch
nach Freiheit.
Der Körper dehnt sich,
dieses Zerrende
nach geahnten Formen
gibt ihm Überspannung.
Schwere Hüften schauern
sich zu langem Wuchse.
Im Straffen beben wir
vor innerem Gefühl.
Wir sind so schön im Sehnen,
daß wir sterben könnten.
(Henriette Hardenberg)

(37)
Wenn der Schlaf der Höhepunkt der körperlichen Entspannung ist, so die Langeweile der geistigen. Die Langeweile ist der Traumvogel, der das Ei der Erfahrung ausbrütet. Das Rascheln im Blätterwald vertreibt ihn.
(Walter Benjamin)

(38)
Sonnenstrahl
taut Eis
auf Augenlidern
Blütentraum
rinnt leis
ins Herz

Katz' trägt
Federmaul
kehrt wieder
Frau steigt
raus aus
ihrem Nerz

ach wie lieb ich
all das Schöne
irgendwo auch
Harfentöne
(db)

(39)
Das Alter klopft an meine Tür:
"Du bist da drin, ick spüre dir."

Ich mach nicht auf und flüstre schwach:
"Lern du zuerst mal deutscher Sprach."

Worauf der Gast zu gehn geruht.
- Ey, Alter! Das ging noch mal gut.
(Robert Gernhardt)

(40)
Why do you work
so hard for what
you even don't want?
(Robert Altman: "Last Radio Show")


(41)
Sie werden über den heiligen Damm gehen. Doch es ist kein Segen dabei. Hinter ihren Zäunen krepiert das Leben. Ihre Sprache verwirrt. Sie predigen, gut bewacht, von Babylons Türmen, lächeln blind in die Augen toter Kameras und haben längst aufgehört zu merken: „Das Leben ist nicht so. Es ist ganz anders!“ (db)

(42)
als ich eines abends,
zurückkehrend von einer reise,
die wohnungstür aufschloß,
erkannten mich meine stühle nicht mehr.

ohne aussicht, dem tisch näher zu kommen,
zog ich mich in meinen mantel zurück
und ging, ohne gewohnt zu haben.
Ich ließ meine stühle sitzen.
(Kurt Bartsch)

(43)
...if my heart could do my thinking
and my head begin to feel
I look upon the world anew
and know what's truely real...
(Van Morrison)

(44)
Zu meiner Zeit" - höre ich mich doch tatsächlich sagen: Zu meiner Zeit? Wie kam diese alberne Formulierung in meinen Sinn? Bin ich schon in Teilen meiner Existenz unzeitgemäß? (Silvia Bovenschen)

(45)
Ach, der Elser! Selten hat mich ein Theaterstück so sehr berührt. Stimmt schon: "Die Geburt der Revolte aus dem Geist der Bastelei" - Widerstand nach Schwabenart eben! (Uwe Zellmer, Präsident des Theaters Lindenhof, nach der Melchinger Premiere von "Georg Elser - Allein gegen Hitler" , Februar 2008)

(46)
Ich gestehe Ihnen, ich glaube nicht an Lehrer, die keine Träume haben, und ich gehe noch weiter: Ich kann niemanden in dieser Welt ernstnehmen, der nicht seine eigenen Träume und Visionen hat. In dieser Welt zu leben, das heißt für mich Träume zu haben. (Paulo Freire, Pädagoge, Reggio 1990)

(47)
Ich bin kein Systemveränderer, dieses System macht mir Eindruck. Aber es ist nicht euer System, sondern unser System, nicht euch hat es zu gefallen, sondern uns. (Peter Bichsel)

(48)
...bück dich nach den Nebensachen, weich aus in die Menschenleere, pfeif auf das Schicksaldrama, mißachte das Unglück, zerlach den Konflikt. Beweg dich in deinen Eigenfarben, bis du im Recht bist und das Rauschen der Blätter süß wird. Geh über die Dörfer. Ich gehe dir nach. (Peter Handke)


(49)
Trotzdem gibt es Menschen, die an Veränderung glauben, die Veränderung praktiziert haben, die der Veränderung zum Triumph, zur Blüte verholfen haben...Caramba! Der Frühling ist unerbittlich! (Pablo Neruda)


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(50)
Entschuldigen Sie, die Welt ist schön,
und muß gefeiert werden. (Peter Rühmkorf)


(51)
Tamino: Wie nennt man eigentlich diese Gegend? Und wer berherrscht sie?
Papageno: Na, hier is’ das Regierungsviertel. Hier herrscht Angela Merkel.
Tamino: Die sternenflammende Königin?..Sag mir guter Freund, warst Du schon so glücklich, diese Göttin der Nacht zu sehen?...
(Christoph Hagel inszeniert "Die Zauberflöte" im Berliner U-Bahnhof "Bundestag")

 

(52)

Eins
Wenn Du die Presse brauchst, macht sie große gewundene Bögen um dich; wenn es sich herumspricht, daß Du keine Fortune hast, fallen sie auf einmal alle wieder über dich her wie ein Schmeißfliegenschwarm.


Zwei
Eigentlich bestehe ich aus einer zusammenhängenden Kette von Seufzern.

Drei
Immer gut, etwas Neues anzupacken.
Dann packt dich das Neue von selbst beim Nacken.
Grad heute mich wieder mal aufgerafft
und gleich ein Totentänzchen geschafft.

(Peter Rühmkorf, gestorben am achten Juni 2008)

 

(53)
Das Betrachten so lange aushalten, das Meinen
so lange aufschieben, bis sich die Schwerkraft eines
Lebensgefühls ergibt. (Peter Handke)

 

(54)
Im Widerspiel des Unmöglichen mit dem Möglichen erweitern wir unsere Möglichkeiten.
Daß wir es erzeugen, dieses Spannungsverhältnis, an dem wir wachsen, darauf, meine ich, kommt es an; daß wir uns orientieren an einem Ziel, das freilich, wenn wir uns nähern, sich noch einmal entfernt. (Ingeborg Bachmann)

(55)
Ich habe die Geschichte von einem Mann, der Geschichten erzählt. Ich habe ihm mehrmals gesagt, daß ich seine Geschichte nicht glaube. "Sie lügen", habe ich gesagt, "Sie schwindeln, Sie phantasieren, Sie betrügen." Das beeindruckte ihn nicht. Er erzählte ruhig weiter und als ich rief: "Sie Lügner, Sie Schwindler, Sie Phantast, Sie Betrüger!", da schaute er mich lange an , schüttelte den Kopf, lächelte traurig und sagte dann so leise, daß ich mich fast schämte: "Amerika gibt es nicht." (Peter Bichsel)


(56)
Ohne das Gefühl der Zugehörigkeit zu den Bedrohten wäre ich ein Flüchtling vor der Wirklichkeit. (Jean Améry)

 

(57)
"Der Mensch ist ein bösartiges Tier. Seine Bösartigkeit muss organisiert werden", schrieb Jospeh Conrad.
(...) Nein, Unmenschen sind es nicht, die das Unmenschliche tun. Sie tun, was sie können, und sie tun, was sie müssen. Und sie tun es legal. Es gibt die Gesetze nicht, gegen die sie verstoßen könnten. Die Politiker haben ihnen die Macht längst übergeben, und zwar nicht gezwungenermaßen, sondern freiweillig und überzeugt: Das freie Spiel der Marktkräfte. (Peter Bichsel)

(58)

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(59)

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(60)
How strange these people are
How strange I am
How strange we are
(Norbert Elias)

 

(61)
The earth died screaming
while I lay dreaming
(Tom Waits)


(62)
Ihr da oben, ihr Goldgestickten mit euren schönen Gesetzen
und mit eurer schönen Weisheit und mit eurer schönen Moral,
warum sagt ihr mir nicht, warum es in der ganzen Welt so stinkt?
Ihr steckt Eure Nasen doch höher als ich!
Müßt doch wissen warum!
(Tankred Dorst)

 

(63)
Sei du selbst! Das bist du alles nicht,
was du jetzt tust, meinst, begehrst.
(F.Nietzsche)

 

(64)
die uhr ist aufgezogen.
die verhältnisse sind geordnet.
die teller sind abgespült.
der letzte autobus fährt vorbei.
er ist leer.
wir können nicht klagen.
worauf warten wir noch?
(Hans Magnus Enzensberger)

 

(65)
Was wir brauchen, ist ein Eros des Unmöglichen!
(Peter Sloterdijk)


(66)
Die uns Erde, Wasser, Luft versauen
(Fortschritt marsch! mit Gas und Gottvertrauen)
Ehe sie dich einvernehmen, eh
du im Strudel bist und schon im Solde,
wartend, daß die Kotze sich vergolde:
Bleib erschütterbar - und widersteh.
(Peter Rühmkorf, gest. Juni 2008)


(67)
Wir tun als ob das Alleinsein ein Problem sei
Vielleicht ist es eine fixe Idee -
wie die Angst im Sommer zu sterben
wenn man schneller verwest
(Peter Handke)

(68)
Wer nicht durch das Schwert oder den Hunger
umkommt, wird durch die Pest umkommen,
warum sich also rasieren?
(Woody Allen)


(69)
Löwe und Kalb werden zusammenliegen,
aber das Kalb wird nicht viel Schlaf kriegen.
(Woody Allen)

 

(70)
Come you masters of war
You that build all the guns
You that build the death planes
You that build the big bombs
You that hide behind walls
You that hide behind desks
I just want you to know
I can see through your masks
(Bob Dylan 1963/2010)

 

(71)
Das Unendliche erlangt,
wer im Endlichen nach allen Seiten
schreitet. (Ernst Bloch)