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"Mein lieber Schiller!" - Nur gut, daß der ewig feuertrunkene Theatermacher Uwe Zellmer von der Schwäbischen Alb eine stattliche Reihe von KollegInnen und FreundInnen (meist des Nachts) anrief und sie bat, doch bitte zu ihrem ganz eigenen Schiller und möglichst bald und nicht zu lang.
Inge Jens, Peter Härtling, Dieter Hoeneß, Heiner Kondschak, Felix Huby, Arno Luik, Dietlinde Elsässer, Detlef Berentzen u.v.a.m. griffen in die Tasten. Zellmer komponierte mit seinem Congenius Hans Schenk das passende Buch aus den Texten: "leicht schräg", mit jeder Menge göttlicher Funken und jenem Schiller'schen Trost, den wir bis heute so nötig haben:
"Wenn Gram an dem Herzen nagt, wenn trübe Laune unsere einsamen Stunden vergiftet, wenn uns Welt und Geschäfte anekeln, wenn tausend Lasten unsere Seele drücken und unsere Reizbarkeit unter Arbeiten des Berufs zu ersticken droht, so empfängt uns die Bühne - in dieser künstlichen Welt träumen wir die wirkliche hinweg, wir werden uns selbst wiedergegeben."

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narr

Herzlichen Glückwunsch und Dank Ihnen für dieses Prachtstück! Für mich als alten Härtling-Fan ist das eine wunderbare Sache: sammelnd, zusammenfassend, erinnernd, bewertend, dazu Kommentare von Menschen, die Härtling wirklich kennen, ihn begreifen, verstehen. So ein Kompendium wäre auch zu manch anderem Autor wünschenswert - eine Hilfe für uns Leser! (A.E., Leinfelden-Echterdingen)

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schlund

Ein schönes Buch ist's geworden. Ein warmes.
Gut für einen verregneten, kühlen Julitag.
Gut für eine Gesellschaft, die Wärme mit Heizen gleichsetzt.
(Leserbrief Michael S.)

Berentzen entwirft in Episoden das Porträt eines Eigensinnigen. Streift mit ihm kreuz und quer durch Deutschland, von Ost nach West, durch Kinder- und Trümmerlandschaften, durch Träume und Albträume, findet in diesem ewig Suchenden den verrückten Mut zu leben. Zu malen. Immer wieder und trotz alledem.

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hermann

...flieht aus der westdeutschen Gaskesselheimat, folgt dem Sound des rebellischen Berlin. Läßt nichts aus – Demos, Wohngemeinschaften, Kinderläden, Geschlechterkampf. Er lebt in Matratzengrüften und Lederjacke, bricht mit den Eltern, findet seine neue Familie, Freunde, die ihn in all den Aufbrüchen begleiten und mit denen er an alte und an neue Grenzen stößt. Immer wieder meldet sich dabei das Kind in ihm, bis er atemlos zusammenbricht und auf der Couch einem schon recht alten Kind begegnet, das ihn nicht mehr verlassen wird. Hermann zieht die Lederjacke aus, besorgt sich selbst eine Couch, eine rote, bietet anderen Platz darauf an und findet bizarre Innenwelten – Wüsten und Steppen, aber auch Paradiese.

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Die Deutschen und ihre Hunde
mit Prof. Dr.Wolfgang Wippermann, Historiker (Siedler-Verlag)
(vergriffen, Restexemplare via Internet)

....das hat noch gefehlt: eine deutsche Geschichte aus Sicht der Vierbeiner. Der Hundeliebhaber Wolfgang Wippermann und der Katzenliebhaber Detlef Berentzen haben eine Forschungslücke entdeckt und zu füllen gesucht. Denn so wurde die deutsche Geschichte wirklich noch nicht betrachtet. Mehr oder weniger bekannte Hunde werden dabei vorgestellt: Bismarcks Tyras oder Hitlers Blondi zum Beispiel. Aber vorher wird umfangreich die Hundegeschichte vom Mittelalter bis zur Neuzeit erzählt. Die Autoren gehen dabei vielen Details nach, beispielsweise werden sämtliche Bibelstellen mit Bezug auf Hunden diskutiert, Schimpfwörter wie "Schweinehund" oder "Hundesohn" erklärt und das Auftreten von Vierbeinern in der Literatur bis heute dargestellt. Ein eigenes Kapitel wird den Diskursen über den deutschen Schäferhund gewidmet.

Zurecht, denn Wolfgang Wippermann zeigt hier gekonnt, wie Rassediskussionen über diese Hunde im Dritten Reich auf den Menschen übertragen wurden. Der Hund an sich wurde von den Nationalsozialisten dann noch zu Propagandazwecken und auch als grausame Täter gegen Häftlinge benutzt. Die "KZ-Hunde" gehören eben auch in das dunkle Kapitel der deutschen Geschichte. Einen großen Teil des Buches nimmt die deutsche Nachkriegsgeschichte aus Hundeperspektive ein. In Ost und West wurde ganz unterschiedlich gezüchtet. Doch nach dem Zusammenbruch der DDR glichen sich langsam die Zuchtvorstellungen der Deutschen an. Die innere Einheit dauert aber auch auf der Hundeebene eine Weile. Zuviel ist in vierzig Jahren auseinander gelaufen. Da war die Versuchshündin Laika, die erste Hündin im All, gegen den die Tierschutzvereine aller Welt protestierten - außer die des Ostblocks. Der Hund war also auch Instrument im Kalten Krieg. So auch zum Beispiel die Grenzhunde an der innerdeutschen Mauer. Im Jahre 1961 kamen zum Bau des "antifaschistischen Schutzwalls" die Hundesportler der DDR freiwillig mit ihren Gefährten, um Fluchtwillige zusätzlich abzuschrecken.

Noch viele weitere Aspekte werden teils in eigenen Kapiteln angesprochen: die Studenten und ihre Hunde, Hundewettbewerbe, Hundesalons, der Hund als Star ("Kommissar Rex"), die Kampfunddebatte und Berlin als Kampfplatz über Hunde an der Leine und ihren Kot. Wippermann und Berentzen vermitteln Geschichte auf eine neue, eine witzige Weise. Ihr Buch ist dabei nicht nur etwas für Hundeliebhaber. Angereichert wird das Werk mit zahlreichen Abbildungen. Es könnte eine Standardwerk zur deutschen Hundegeschichte werden, doch hätte es noch etwas ausführlicher ausgearbeitet werden können. Vielleicht kommt dazu irgendwann einmal ein umfangreicheres Werk. (amazon.de)

 

 

DIE TAZ - DAS BUCH

...täglich eine linke Radikale!
Bröckers / Berentzen / Brugger (Hrsg)
(vergriffen, Restexemplare via Internet)

dietazdasbuch

Aktuelle Ewigkeitswerte aus zehn Jahren Tageszeitung.
Zweitausendeins Frankfurt 1989, mit über 2000 Artikeln und Fotos (HardCover-Ausgabe)